Love – Geiles Plakat, richtig verstanden

von | Jan 28, 2019 | Gesellschaft, Praxis, Werbung | 0 Kommentare


Museum für Kommunikation – Mit Nachricht selbst zum Träger für Kommunikation geworden

Neulich in der U-Bahn ein Plakat mit einer Donkey-Kong Grafik drauf. Es wäre mir gar nicht weiter aufgefallen, wenn jemand nicht eine Nachricht darauf hinterlassen hätte. Die war mit zwei Pflastern festgeklebt und so passend, dass ich die Szene fotografiert habe und jetzt darüber schreiben muss. Plakate sind ein Teil des öffentlichen Raumes; ein so großer Teil, dass mich über schlechte Plakat-Werbung auf zu regen, ein nicht zu unterschätzender Teil meines Lebens ist. Man läuft dran vorbei und die meisten Leute bemerken die Dinger gar nicht, gehen dran vorbei und investieren die berühmten 1,9 Sekunden in die Wahrnehmung dieser gedruckten Beleidigungen des menschlichen Geistes.

Es ist so, dass in jeder Sekunde allerlei Reize auf uns einprasseln. Akustische, visuelle, pychoakustische… Gegen die akustischen kann man sich nicht wehren, heist es immer. Richard Murray Schäfer, der Begründer der Psychoakustik schreibt in seinem Meisterwerk „Soundscape“ über die Wirkung von akustischen Umgebungen auf die Selbst-/ -Wahrnehmung von Menschen und legt dar, wie schädlich laute Umgebungen sind. Alles läuft auf die Argumentation hinaus, man könne die Ohren nicht verschließen, wohl aber die Augen, daher sei akustische Umweltverschmutzung kritischer zu beurteilen, als visuelle. Ich möchte hier dagagenhalten. Klar kann man seine Augen verschließen, aber eben nicht in der Stadt, sonst trete ich 10sek später in Hundescheiße oder laufe über eine rote Ampel und dann wünsche ich mir die Hundekacke oder die Plakate zurück. Ich bemerke die gedruckte und gebaute Werbung jeden Tag. Und so wie diesesem Exemplar, widme ich ihr mehr Aufmerksamkeit, als die meisten Menschen.

Zurück zu diesem Plakat, es ist eine Werbung des Museum für Kommunikation in Frankfurt. Und es wurde auf eine Art benutzt, die so rührend ist, dass ich glaube, wer auch immer das gemacht hat, sich was dabei gedacht hat. Kommunikation in reinform. Mel muss sich sehr darauf verlassen haben, dass der Empfänger dieser Nachricht sich ebenso für dieses Plakat interessiert hat wie Sie. Das Austauschen von Nachrichten über mit Pflastern an Plakate geklebte Micro-Zettel, hat so seine Tücken und man darf gespannt sein, ob sich dieses Medium durchsetzen wird.


Bin zur Messe Gruß Mel, Kommunikation für einem Plakat des Muesum für Kommunikation

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