Für die Einen Unbezahlbar, für die anderen auch – Inhalt – Zielgruppe – Kanal

von | Jan 24, 2019 | Branding, Grundlagen, Praxis, Werbung | 0 Kommentare

Okay, zugegeben, krasses Beispiel für ein Botschaft die ihre sehr kleine Zielgruppe sucht (und furchtbarer weise wahrscheinlich auch findet). Das Immo-Magazin der deutschen Bank, das für Mutti, Vati und Omi, die nicht wissen wohin mit dem Geld bei Null-Zinsen, Alternativen vorstellt. Hapag Loyd dachte sich, das ist doch sozioökonomisch genau unsere Klientel und schaltete (ich schwöre, das Ding lag so neben dem DB-Bankautomaten) eine Full-Page auf dem rückseitigen Cover. Hardcore, diese Abgrenzung, diese Exklusivität, die so überzogen dargestellt, Satire ist. Doch wie findet man von dieser Schandale abgesehen, seine Zielgruppe, wenn man was zu verkaufen hat, das man seinen Kunden empfehlen möchte?

Ich arbeite gerade mit einem Freund zusammen, der sich als Renderer selbstständig gemacht hat. Alles noch frisch, er hat noch keine Website und befindet sich im Aufbau seines Auftraggeberkreises. Zeit für ein bisschen Werbung und Unternehmenskommunikation. Zwar im sehr kleinen Rahmen, aber die Regeln sind bei allen Kommunikationsmaßnahmen die gleichen.

  1. Was möchtest du Kommunizieren?
  2. Wen möchtest du damit erreichen?
  3. Auf welchen Kanälen erreicht man die Zielgrupe am besten/ mit dem geringsten Streuverlust?
  4. Welche Kanäle sind für den Inhalt der transportiert werden soll, geeignet?
  5. Wie verringert man die Barrieren für einen ersten Kontakt bei Interesse auf ein Minimum?

Diese Fragen stellen das Grundgerüst jeder Unternehmenskommunikation dar. Für den konkreten Fall eines frisch gebackenen Renderers lauten die Antworten auf diese frei Fragen:

  1. Bilder aus abgeschlossenen Projekten, evtl. das Preismodell und notwendige Bearbeitungszeiten.
  2. Architektur- und Design-Büros
  3. Per Email an die Büros, per LinkedIn die Entscheider Persönlich, über Postings auf Seiten, die sich mit dem Thema Visualisierung beschäftigen
  4. Renderer produzieren Bilder und seltener Filme. Alles, wo man als Empfänger gut Bilder abrufen kann, ist geeignet. In eine Email eingefügt, im LinkedIn Profil regelmäßig gepostet, bei flyingarchitecture.com. Man sollte außerdem Kanäle bevorzugen, die leicht zugänglich sind, denn…
  5. Fast Jeder hat ein Smartphone und Zugriff auf Twitter, Instagram oder Facebook. Diese Medien eignen sich zwar nicht, um in diesem Fall potentielle Auftraggeber gezielt an zu sprechen, doch ist der Kontakt hier erst einmal hergestellt, können mit Nullbarriere aus dem Zug, oder beim Mittagspausen-Döner Nachrichten ausgetauscht werden, die nicht so offizielle sind, wie eine geschäftliche Email. Ausserdem eignen sich aber bestens um, anders als eine Homepage, die man gezielt aufrufen muss, dem Auftraggeber im Gedächtnis zu bleiben.

Die Antwort auf diese fünf Fragen fallen je nach Zielgruppe und Inhalt komplett konträr aus. Will man Omas eine Ilustrierte Verkaufen, hat man, egal wie Bildgewaltig die Berichterstattung über Megan und Harrys Hochzeit bei Instagram auch ist, die Arbeit höchstwahrscheinlich vergebens getan, weil die Zielgruppe sich dort nicht tummelt. Es sei denn ich unterschätze Omas, aber ich glaube bis zu Smartphone-Omas haben wir noch mindestens 10 Jahre. Bis dahin: Bitte, bitte, bitte, gut überlegen was man wo ausspielt.

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